Der Lageverarbeitungszyklus ist ein ständig geführter Prozess, bei dem Rohinformationen beschafft, durch die Auswertung in Nachrichten umgewandelt und verdichtet als führungsrelevante Lageelemente an die Bedürfnisträger verbreitet werden. Die Abläufe richten sich nach der Lageentwicklung, den Vorgaben (Prioritäten) der Führung und den verfügbaren Ressourcen.

Die Beschaffung ist ein Prozess, in dem Rohinformationen selektiert (ausgewählt) und/oder beschafft werden. Die Beschaffung umfasst alle Mittel und Methoden zur Gewinnung von Rohinformationen für die Auswertung. Dazu gehören primär Erkundung, allenfalls Aufklärung der Gegenseite, Nachrichtenaustausch, Personenbefragung, Gegenstands- und Objektanalysen sowie z.B. die Auslese von relevanten Aspekten aus Medien.
Bei Alltagsereignissen und im Katastrophenfall sind es vorwiegend die Organe und Mittel von Polizei und Feuerwehr, welche die notwendigen Achsen-, Ziel-, Objekt- und Raumerkundungen vornehmen und auch Behörden bzw. Führungsorgane mit ihren Beschaffungsergebnissen aufdatieren.

Die Auswertung ordnet, verknüpft und verdichtet die eingehenden Meldungen und wandelt diese in einem Denkprozess von Rohinformationen in Nachrichten bzw. führungsrelevante Lageelemente um. Die Auswertung beinhaltet eigentlich die Schritte - Analyse, Vergleich, Interpretation, Integration, Verdichtung und Bewertung. Der im Lagezentrum eingehende, zeitlich, räumlich und thematisch ungeordnete Meldefluss wird dabei in Text (Einsatzjournal, Lagebericht) und Karte (Nachrichtenkarte, Führungskarte) parallel verarbeitet.

Die Verbreitung stellt der eigenen Führung und den Partnern im Lageverbund zeit- und stufengerecht die notwendigen Produkte zur Verfügung. Diese enthalten die relevanten Lageelemente. Das Verbreiten verpflichtet zum Dialog mit dem Empfänger bezüglich Qualität und den Kundenbedürfnissen.